I, Tonya © DCM

Hallo Wochenende! Ich musste gerade doch wirklich nachschauen, bei welcher Zahl diese Post-Reihe stehengeblieben ist. Asche auf mein Haupt! In letzter Zeit habe ich allerdings nun wirklich nicht viele Filme gesehen, wollte allerdings auch nicht die üblichen Oscar-Kandidaten wie Three Letters Outside Ebbing, Missouri – schaut ihn euch an, er ist grandios – oder Shape of Water – irgendwie überbewertet – nahelegen. Stattdessen läuft hier gerade der Soundtrack von I, Tonya und ich war lange nicht mehr so aufgeregt, dass ein Film endlich ins Kino kommt.

Also, Film des heutigen Freitags ist I, Tonya und vielleicht will ich gerade ein bisschen durch die Wohnung tanzen. Vielleicht schaue ich aber auch bereits seit zwei Stunden Youtube-Videos rund um Eiskunstlauf, aber okay. Und ganz vielleicht bin ich auch ein bisschen Fan von Margot Robbie und das, obwohl ich sie eigentlich nur aus Nebenrollen kenne. Girl Crush also irgendwie. Auf jeden Fall ist Eiskunstlauf nun gar nicht mein Ding und ich bin dennoch gespannt, das Biopic einer der umstrittensten Eiskunstläuferinnen der Geschichte, Tonya Harding, nächste Woche im Kino meines Vertrauens sehen zu können.

I, Tonya: Von der Schwarzen Liste auf die große Leinwand

1991 gewann Tonya Harding die US-Meisterschaft im Eiskunstlauf und war die erste Amerikanerin, der im Rahmen eines Wettbewerbs ein dreifacher Axel gelungen war. Drei Jahre später stand sie im Mittelpunkt des größten Skandals der Sportgeschichte. Aber wer war Tonya Harding wirklich? Was wusste sie über den Angriff auf ihre Konkurrentin Nancy Kerrigan und wann hat sie davon erfahren? War sie tatsächlich das herzlose Monster, als das die Medien sie inszenierten?

Doch das von Steven Rogers geschriebene Drehbuch landete zunächst einmal auf der „Black List“, eine Umfrage über die beliebtesten bis dato unverfilmten Drehbücher, die seit 2005 jährlich veröffentlicht wird. (Da finden sich übrigens eine ganze Reihe preisgekrönter Filme. An gutem Stoff kann man sich also auch in der Filmbranche die Zähne ausbeißen.) Margot Robbies Produktionsfirma stieg mit ein, Robbie selbst stand für die Hauptrolle fest und Regisseur Craig Gillespie konnte überzeugen. Schließlich galt es, die beste Balance zwischen schwarzen Humor und Drama zu finden. Normalerweise gibt es in Filmen, die auch häusliche Gewalt sehr explizit darstellen, ja nicht wirklich etwas zu lachen.

I, Tonya © DCM

I, Tonya © DCM
(Bildmaterial: © DCM)
„That’s the story of my life. And that’s the fucking truth.“

Bis heute ist nicht abschließend geklärt, wie viel Tonya Harding tatsächlich vom geplanten Angriff gewusst hat und es wurde auch Kritik laut, wieso ausgerechnet sie im Mittelpunkt der Erzählung steht, wo doch eine andere Person das Opfer der Geschichte ist. Ich habe mich wirklich durch so einige Kritiken gelesen und glaube, dass die Täter-Opfer-Rollen an dieser Stelle nicht verdreht werden, das Publikum jedoch die Gelegenheit bekommt, eine eigene Meinung zu der als „Eishexe“ bekannt gewordenen Sportlerin zu bilden.

So unterschiedlich die Perspektiven der damals Beteiligten waren, so vielschichtig sind sie auch im Film. Das Böse und das Gute sind nun einmal nicht zwei Seiten einer Medaille, sondern haben so viele Facetten und Ausprägungen, dass man es sich nicht zu einfach machen darf. Ein Urteil ist schnell gefällt und auch schon vor dem Skandal um O.J. Simpson zeigten umfassende TV-Berichterstattungen in den 90ern ihre Wirkung. Während Tonya Harding nie ins Bild der perfekten Eiskunstläuferin passte, galt ihre Konkurrentin als elegante Eisprinzessin. Übrigens: 1994 traten Tonya Harding und Nancy Kerrigan zuletzt zu einem Wettbewerb an. Der Olympia-Wettbewerb im Eiskunstlauf ist bis heute eine der meistgesehenen Sportübertragungen.

Total
4
Shares

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.