Das ist keine Übung! This is not a drill! Weihnachten steht vor der Tür! Münster wirkt langsam, aber sicher doch etwas verlassen, wo ein Großteil der Studenten die Stadt verlässt. Auch meine Mitbewohner haben sich auf den Weg in die Heimat gemacht, während ich versuche, mich einem Teil des üblichen Trubels und Familienstreits zu entziehen, indem ich jeden Abend in mein eigenes Bettchen zurückkehre. Hach, das wird schön. Das Arbeiten am 2. Weihnachtsfeiertag gehört dagegen schon fast zur Weihnachtstradition ebenso wie eine letzte Weihnachtsfeier heute.

Für die, für die Weihnachten ebenfalls mit Stress verbunden ist, die, die heute noch einen weiten Weg auf sich nehmen, um wie bei der biblischen Volkszählung an ihren angestammten Ort zurückzukehren oder für die, die in den letzten Jahren schon zu oft Das letzte Einhorn gesehen haben, habe ich ein paar Filme rausgesucht, die ich alle sehr mag und mich nicht nur gut unterhalten, sondern irgendwo auch ein bisschen Trost spenden.

Und wisst ihr, was das Beste ist? Alle drei Filme haben erstens rein gar nichts mit Weihnachten zu tun und sind zweitens aktuell bei Netflix verfügbar! Einer steht leider nicht im Offline-Modus zur Verfügung, aber WLAN gibt es ja bekanntlich auch auf dem platten Land.

Stand by Me — Das Geheimnis eines Sommers (1986)

© Sony Pictures

Von allen Filmen, die ich im Laufe meines Lebens sehr ins Herz geschlossen habe, ist Stand by Me — Das Geheimnis eines Sommers definitiv ganz vorn mit dabei. Das erste Mal habe ich ihn nichtsahnend im Fernsehen gesehen, als ich in etwa so alt wie die Protagonisten war. Seitdem habe ich ein Faible für Coming-of-Age-Geschichten, sei es als Roman oder eben wie hier, als Film, der wiederum auf einer Kurzgeschichte von Stephen King beruht.

Gordie Lachance (Wil Wheaton) und Chris Chambers (River Phoenix) sind zwölfjährige Jungen, die den Sommer 1959 in ihrer Heimatstadt Castle Rock in Oregon verbringen. Zusammen mit ihren gleichaltrigen Freunden Teddy Duchamp (Corey Feldman) und Vern Tassio (Jerry O’Connell) beschließen die beiden, sich auf die Suche nach der Leiche von Ray Brower zu machen. Über das Verschwinden des Jungen hatte das Radio seit Tagen berichtet und als Vern seinen älteren Bruder belauscht, wie er von dem Leichenfund in der Nähe eines Waldstückes an einem Bahndamm berichtet, bricht das Quartett zu einer zweitägigen Wanderung auf, die am Ende alles verändert.

Moonrise Kingdom (2012)

© Tobis

Ein bisschen aktueller, aber ebenfalls mit einer Wanderung verbunden ist Moonrise Kingdom von Wes Anderson. Ich habe wirklich so einige Filme von ihm gesehen, aber dieser hier ist bis zu meinem Flug nach Teneriffa irgendwie nicht so recht auf dem Schirm geblieben. Trotz toller Bildsprache und der Besetzung.

Die zwölfjährige Suzy Bishop (Kara Hayward) lebt zusammen mit ihrer Familie auf der fiktiven Insel New Penzance vor der Küste Neuenglands. Dort trifft sie zufällig auf den jungen Sam (Jared Gilman) und die beiden merken sofort, dass sie füreinander bestimmt sind. Doch die beiden Verliebten stoßen schnell auf Widerstand, denn ihre Umgebung steht der erblühenden Liebe skeptisch gegenüber und versucht, die beiden voneinander fernzuhalten. Das lassen sie natürlich nicht mit sich machen und flüchten in die Wildnis. Das löst wiederum eine riesige Suchaktion aus. Der Dorfsheriff (Bruce Willis) macht sich auf Geheiß von Suzis Eltern Frances McDormand und Bill Murray) sofort auf die Suche auch der Leiter der Pfadfindergruppe (Edward Norton) möchte die beiden schnellstmöglich wiederfinden. Mal urkomisch, mal absurd, aber auch ernst. Nicht umsonst spitzen sich die Ereignisse zum Beispiel durch ein aufziehendes Unwetter und das sich einmischende Jugendamt noch weiter zu. Sehenswert!

Good Morning, Vietnam (1987)

© Warner

Die schwierige Balance von Tragik und Komik gelingt auch Good Morning, Vietnam mit Robin Williams, der vermutlich der Schauspieler schlechthin war, wenn es um Rollen geht, die genau diesen Drahtseilakt ging. Dieser Film sorgt bei mir für Gänsehaut, immer wieder.

Vietnam, 1965. Der amerikanische Radiomoderator Adrian Cronauer wird nach Saigon versetzt. Mit seinen lockeren Sprüchen und Hang zu Rock ’n‘ Roll hat er schnell die Gunst des Publikums gewonnen und den Zorn seiner unmittelbar Vorgesetzten auf sich gezogen. Während die Involvierung der Amerikaner in Vietnam eskaliert, lernt Arian Land und Leute kennen. Die Freundschaft zu der Vietnamesin Trinh bleibt platonisch und wird ihm letztlich zum Verhängnis. Trinhs Bruder ist Vietcong, und seine Verbindung zu Adrian nutzen dessen Vorgesetzte, um den wegen seiner unkonventionellen Art verhassten Moderator des Landes zu verweisen.

So, an dieser Stelle verabschiede ich mich in die Feiertage. Kinder, habt ein frohes Fest, genießt die Zeit eurem Liebsten und das gute Essen. Bis bald! ♡

(Titelbild: © Tobis)

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