Wer in ferne Länder reisen will, der muss auch das Fliegen in Kauf nehmen – zumindest solange wir uns noch nicht beamen können, was sehr schade ist. Trotz meiner irgendwie vorhandenen Flugangst nehme ich das dennoch gerne in Kauf, denn sonst würden meine Traumziele, wie zuletzt der USA-Roadtrip, wohl für immer eben nur TRAUMziele bleiben.

Und wenn man dann länger als 10 oder sogar 12 Stunden im engen Flugzeug sitzt und man nicht mal eben nach draußen gehen kann um sich die Beine zu vertreten, ist eine gute Vorbereitung gold wert, um den Reisestart so schön wie möglich zu gestalten. Das fängt natürlich auch schon bei der Ankunft am Flughafen an – deshalb habe ich euch mal ein paar meiner Tipps zusammengeschrieben in der Hoffnung, dass ich euch ein wenig dabei helfen kann!

Zieht euch so bequem und gemütlich wie nur möglich an.

Natürlich hat man diese Bilder im Kopf, von durchgestylten, frisch aussehenden Jetset-Menschen, aber den Gedanken solltet ihr so schnell es geht verbannen, wenn ihr nicht gerade eine der unzähligen Kardashian-Schwestern seid. Wir können uns glücklich schätzen, denn das Risiko, dass eine Meute Paparazzis auf uns in der Empfangshalle wartet, ist nicht sonderlich groß, deswegen interessiert sich auch niemand für die Augenringe, die nicht sitzende Frisur oder die Figur, die uns diese unvorteilhafte (aber supergemütliche!) Jogginghose beschert.

Mein Outfit für Langstreckenflüge setzt sich meist aus folgenden Komponenten zusammen: Bequeme Sneaker aus denen ihr schnell rein- und rauskommt (denn ihr müsst sie am Security-Check meistens sowieso ausziehen), ein Hoodie mit Kapuze (ich liebe es, mich während des Flugs in meine Kapuze zu vergraben), darunter ein Shirt und ein weiteres Shirt im Rucksack, ebenso wie ein dickes Paar Wollsocken. Fazit: Ich ziehe mich für einen Langstreckenflug eigentlich so an, wie ich es an einem Sonntag auch tue – denn der Ablauf ist ähnlich: liegen, essen, schlafen. Wer möchte, dass da irgendwas ständig kneift? Eben.

 Überlegt euch eine sinnvolle Anordnung eurer Sachen für das Handgepäck.

Keine Sorge, man lernt mit der Zeit. Gefühlt werde ich jedes Mal ein bisschen besser und merke, wie ich meine Reisen so komfortabel und logisch wie nur möglich vorbereite. Denn ich bin ohnehin schon gestresst (aufkommende Flugangst, emotionale Achterbahnfahrten, steigernde Vorfreude – all the feels), da kann ich auf eine Panikattacke, wegen nicht auffindbarer Unterlagen, wirklich gut verzichten.

Jeder hat seine eigene Ordnung, aber ich bevorzuge es verschiedene kleine Taschen für verschiedene Dinge mitzunehmen. Zum Beispiel habe ich eine Tasche für all meine Kabel und meinen Technikkram für den Flug dabei, natürlich eine kleine Hygienetasche sowie ein eigenes Fach für meine Dokumente. Für meinen Reisepass und sonstiges hatte ich beim letzten Mal sogar einen Brustbeutel um, so hatte ich meine Ausweisdokumente sofort griffbereit und musste nicht ständig wieder meine Tasche öffnen.

Photo by Briana Tozour on Unsplash

Wählt euren Sitzplatz im Flugzeug weise!

Wenn ich nicht, wie ich, Economy fliegt, dann betrifft euch das wohlmöglich nicht, aber in der Holzklasse macht die richtige Platzwahl einen großen Unterschied, wenn ihr länger als 10 Stunden fliegt. Die mittlere Sitzreihe finde ich durchweg schrecklich, man kann sich nirgends anlehnen und spätestens wenn ihr mal aufs Klo müsst oder einfach mal zum Beine vertreten aufstehen wollt, ist es super nervig alle Passagiere neben einem bitten zu müssen für dich aufzustehen. Vor allem wenn sie gerade tief und fest schlafen. Ich wähle also IMMER einen Sitz in den äußeren Reihen, die meistens auch aus drei Plätzen bestehen.

Tipp: Reist ihr zu zweit, dann versucht mal beim Online-Check In einen Platz am Gang und einen Platz am Fenster zu reservieren, sodass der Platz in der Mitte frei bleibt. Wenn ihr Glück habt, bleibt dieser nämlich dann frei – wenn der Flug nicht überbucht wurde. Jackpot! Sollte dieser Sitz dennoch jemandem Fremdes zugeteilt worden sein, könnt ihr ja noch immer lieb fragen, ob ihr tauschen könnt, um so neben eurem Travel-Buddy sitzen zu können. Übrigens, mittig über den Tragflügeln ist es bei Turbulenzen eher ruhiger, weil dies der Schwerpunkt des Flugzeugs ist.

Stay hydrated! Eine richtige Flüssigkeitsversorgung ist die halbe Miete. 

Viele (ich leider auch) haben schon am Boden ihre Probleme damit, über den Tag hinweg ausreichend Wasser zu trinken. Wenn du aber der Klimaanlage an Bord stundenlang ausgesetzt bist, die die Haut austrocknest, solltest du wirklich dafür sorgen so viel wie möglich zu trinken.

Wenn du es schaffst 2-3 Liter Wasser zu trinken, wird dir dein Körper definitiv dankbar dafür sein und auch der Jetlag wird wesentlich milder ausfallen. Und mit viel trinken ist wirklich nichts Alkoholisches gemeint, das hingegen würde alles noch viel schlimmer machen.

Aufkommende Flugangst bekämpfen

Ängste sind ja eigentlich perse nichts schlimmes und so komplex, dass es dafür leider kein Allheilmittel gibt. Deswegen kann ich in diesem Fall nur von mir sprechen (und ich bin auch noch nicht so weit, dass ich auf Flügen durchweg entspannt bin).

Ein paar Tipps, die mir auch ein wenig geholfen haben, könnten aber vielleicht auch für euch nützlich sein.

  • kein Alkohol trinken: Ihr kennt das, Alkohol intensiviert die Gefühle, positive und auch negative, so aber auch eure Ängste. Viele versuchen damit ihre Angst zu bekämpfen, aber bei mir wird dadurch alles nur noch viel schlimmer, als es nötig wäre. Trinkt stattdessen lieber Tee oder ganz klischeemäßig, einen Tomatensaft.
  • pflanzliche Beruhigungsmittel: Lasst euch da unbedingt vom Arzt beraten, aber manchmal kann der Placebo-Effekt schon Wunder wirken, ich habe da z.B. auf Bachblütentropfen und Baldrian zurückgegriffen.
  • sich dem geringen Risiko bewusst werden: Ich weiß, es hilft nicht viel, wenn euch jemand sagt ihr solltet euch nicht so anstellen oder dass eure Angst unbegründet sei. Habt ihr einmal Panik, dann ist es schon fast zu spät. Aber ihr müsst eine Strategie finden dort wieder hinauszukommen. Dokumentationen und ein gutes Hintergrundwissen helfen euch mehr darüber zu erfahren, wie das Fliegen eigentlich funktioniert und wie belastbar ein Flugzeug eigentlich ist. Denn das ist es mehr, als die meisten von euch denken würden. Die Wahrscheinlichkeit, dass euch im normalen Alltag etwas passiert, ist so viel höher und denkt doch mal daran, wie viele Menschen tagtäglich fliegen und wie oft es zu einem Unglück kommt. Beim letzten Flug mit Air France gab es in der Mediathek sogar Entspannungskurse zum Hören und ein Zitat habe ich mir direkt notiert: 
„You cannot keep birds from flying over your head
but you can keep them from building a nest in your hair“
  • Ablenkung durch ruhige Musik/Filme/Bücher: Kein Geheimtipp und auch irgendwie etwas, was wir ohnehin im Flugzeug machen, aber mir hilft es ungemein, mich in etwas zu vertiefen. Ruhige Musik hilft mir in eine andere Welt, in der es keine Turbulenzen und Fluglöcher gibt, abzutauchen und an etwas Schönes zu denken. Stellt euch doch vorher eine gute Playlist zusammen oder ladet euch vorher ein paar Mediations-Übungen herunter, die euch helfen in unangenehmen Situationen Ruhe zu bewahren. Tipp: Apps 7Mind, Calm oder Headspace bieten Achtsamkeits-Übungen gegen Ängste oder zur Entspannung an, die ihr euch ganz easy während des Flugs einsetzen könnt.
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2 comments

  1. Zwei Dinge helfen mir bei Langstreckenflügen seit Jahren am meisten: erstens Kompressions – Kniestrümpfe (mir reichen die leichten aus dem Kaufhaus) und zweitens bei Nachtflügen das strikte einhalten von 2-3 „stillen Stunden“. Sprich, kein BordEntertainment, kein Buch sondern Kapuze auf, Decke über die Knie und dösen. Schlafen ist für mich bei 1 m 85 Körpergröße in der Economy leider nie drin ; –)

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