Open Source Festival 2017

Es gibt eigentlich keinen besseren Moment, das vergangene (ganz bezaubernde) Wochenende noch einmal Revue passieren zu lassen als diesen hier. Draußen regnet es Bindfäden  und ich habe meine Gummistiefel bereits ausgepackt, schließlich muss ich heute noch vor die Tür. Naja, sofern die Wirkung meiner Migräne-Tabletten irgendwann noch zumindest so viel nachlässt, dass ich mich nicht mehr ganz so ausgeknockt fühle. Aber zurück zum Wochenende. Da ging es für mich nämlich in unsere Landeshauptstadt, um dort das Open Source Festival zu besuchen, über das wir schon berichtet hatten. Ich bin geneigt, mein persönliches Fazit direkt in die Einleitung zu packen, aber das würde ja dem Post die ganze Spannung nehmen. Hach. Also sei nur so viel gesagt: Wären alle Festivals so wie dieses, wäre ich jede Woche unterwegs.

Hallo Düsseldorf!

Mein Samstagmorgen startete also erst einmal damit, die Strecke nach Düsseldorf erfolgreich zu überwinden. Aus eigener Erfahrung wusste ich ja bereits, dass das nicht immer von Erfolg gekrönt ist und auch dieses Mal sollte nicht alles glatt laufen. Direktverbindung? Pustekuchen. Immerhin kam ich doch irgendwie pünktlich an und wurde von meiner Lieblingsmanon empfangen, mit der ich auch am kommenden Wochenende ein kleines Blog-Abenteuer erleben darf. Den großzügigen Zeitpuffer nutzten wir für einen kurzen Umweg zu Cøffe, einem Kaffeeladen, der seit Kurzem in der alten Apotheke am Carlsplatz zu finden ist. (Vielleicht gibt es dazu auch noch mal Feedback, mal sehen.) Nach einer weiteren Stippvisite bei Yomaro nebenan sammelten wir Manons Freund ein und machten uns auf den Weg.

Open Source Festival: Mit viel Liebe zum Detail

Das Open Source Festival findet jährlich an der Galopprennbahn am Grafenberg statt. Die Gegend eignet sich anscheinend nicht nur für Sonntagsspaziergänge, sondern auch für Konzerte. Diese sind auf jeden Fall ein besserer Grund, der Rennbahn einen Besuch abzustatten als die eigentlichen Pferderennen. Was die Shuttlebusse (ja, sorry, es war warm und ich zu dem Zeitpunkt schon ziemlich verschwitzt :D) anging, erwartete ich das Schlimmste, wo ich von ebendiesen bei ähnlichen Festivals immer wenig begeistert war. Das Gegenteil war jedoch der Fall; der Bus war weder überfüllt noch blieb er ewig stehen und so standen wir pünktlich in der Warteschlange.

Weil wir ja alle nicht mehr die Jüngsten (hahahaha) sind, haben wir uns doch etwas über die Möglichkeit gefreut, die Hauptbühne von der Tribüne aus zu beobachten. Love Machine, Die Sterne und die Antilopen Gang wurden also prompt im Sitzen angeschaut. Die Bands entsprechen zwar nicht unbedingt meinem Musikgeschmack, haben aber für gute Stimmung gesorgt. Das ist ja auch etwas Schönes an Festivals — man hört und sieht viele Künstler, die man sonst gar nicht wahrnehmen würde und erweitert so vielleicht auch mal seinen Horizont.

Nächster Stopp: Fressbuden! Die Künstler können noch so gut sein, wenn das Essen schlecht und/oder zu teuer ist, ruiniert mir das den ganzen Festivaltag. Beim Open Source Festival war ich allerdings überfordert mit der Auswahl, die sich mir bot. Natürlich gab es Currywurst und Pommes, aber auch Süßkartoffelfritten mit Chili-Cheese-Soße und verschiedenste Burger. Las Vegans hatten einen Stand vor Ort, auch Yomaro und die Düsseldorfer Jungs und Mädels von Woyton waren da. Es gab argentinische Teigtaschen, Buddha Bowls, Eis, Pizza (und noch mehr) und ich hätte gern mehr probiert als das XXL-Grillsandwich von Las Vegans, drohte aber irgendwann zu platzen.

Open Source Festival 2017

Eine bunt gemischte Tüte, bitte!

Während ich also meine weißen Schuhe mit veganer Soße volltropfte, traf ich noch Anna, der ich schon ewig bei Instagram folge. Mit ihr begab mich auf die Suche nach der Presselounge und hier findet sich auch der einzige Kritikpunkt des Tages: So lieb die Security auch war, sie hätten ein bisschen besser informiert sein können. Letzten Endes fehlte uns wohl einfach noch ein Bändchen, nach einer Stunde standen wir dann aber mit Brause-Ufos in der Hand in besagter Lounge. Aha, auch mal gesehen. Zurück zur Musik! Es gab ja schließlich nicht nur die Hauptbühne, deshalb verschlug es uns zur niedlichen Sipgate Young Talent Stage. Dort freuten wir uns über die Alpentines, die zumindest mich gefühlsmäßig direkt in beste Indie-Zeiten zurückkatapultierten.

Open Source Festival 2017

Open Source Festival 2017

Mit einem Kaffee von Woyton bewaffnet schlenderten wir im Anschluss zu den Open Squares, in denen sich Kreative aus den verschiedensten Bereichen austoben konnten. Direkt daneben befand sich die Radio Booth von NTS, die zum Tanzen einludt. Wer doch lieber die Füße hochlegen wollte, konnte das bei den Stadtwerken Düsseldorf tun. Dort gab es auch Handy-Ladestationen und Wasser, kostenlos natürlich. Die Mitnahme von Getränken war nämlich nicht gestattet — was ich bei einem so kleinen Festival jedoch absolut in Ordnung finde. Außerdem haben über das gesamte Gelände verteilt Studierende der KHM Köln bereits zum achten Mal künstlerische Arbeiten vorgestellt. Bitte mehr davon!

Headliner, Highlights, Heimreise

Open Source Festival 2017

Bestens vorbereitet mit einem Bier in der Hand ging es dann zu The Temper Trap, bei denen ich mich im Nachhinein ernsthaft frage, warum ich sie nicht schon früher live gesehen habe. So geht es mir ja durchaus häufiger. Nicht nur, wenn es um Musik geht. The Temper Trap sind für mich ein bisschen Liebe in Gitarrenform. Um ja nichts zu verpassen, flitzten wir im Anschluss rüber zu Mount Kimbie aus London. Hach, was soll ich sagen? Auf der Carhartt WIP Stage wurde gefühlt kein einziges Wort gesprochen, wunderbar war es trotzdem. Wenn es um elektronische Musik jedweder Art geht, kann ich auf Interaktion mit dem Publikum verzichten. Trentemøller bildete den phänomenalen Abschluss des Abends und wenn ich daran zurückdenke, denke ich vor allem an meine Gänsehaut. Gelungener ging es kaum.

Während die Shuttlebusse den ersten Teil meiner Heimfahrt maximal angenehm machten, sorgte die Bahn dafür, dass ich erst vier Stunden nach Antritt meiner Weltreise erschöpft ins Bett fallen durfte. 100 Punkte gibt es auf jeden Fall für eine Klimaanlange, die nachts auf 120% läuft. Aber naja. Irgendwie war das klar und trübt den Gesamteindruck nicht. Das bunte Programm, die tolle Location und das clevere Konzept haben mich überzeugt. Achja, und das Publikum. Ey, bezaubernd! Ich bin zwar der Meinung, dass Kinder nicht auf Festivals gehören, aber alle waren einfach so nett zueinander. Können wir alle bitte immer so miteinander umgehen? Biiitte?

In dem Sinne: Vielen Dank für die Einladung, liebes Open Source Festival! Ich komme nächstes Jahr wieder! (Dann esse ich vorher am besten keinen riesigen Froyo und nicht unbedingt das extragroße Sandwich.) Wer von euch war auch da und wie fandet ihr es? 🙂

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