Wenn man, ummantelt von mehreren Kuscheldecken, zum Fenster geht und nur Schmuddelwetter in diversesten Grautönen zu Gesicht bekommt, dann steht fest: Es kommen wettertechnisch ungemütliche Tage auf uns zu. Gerade hat man sich noch über den goldenen Herbst gefreut und wenige Augenblicke später hat sich alles schon wieder in einen trüben Laubmatsch verwandelt.

Gründe genug, um sich vermehrt in den eigenen vier Wänden zurückzuziehen und sich schöner Lektüre hinzugeben! Zugegebenermaßen kommt das bei mir leider oftmals zu kurz, zu groß ist die Gefahr durch Netflix und Co. abgelenkt zu werden, aber ich gelobe Besserung und habe heute eine kleine Zusammenfassung für euch, mit welchen Büchern es sich an so manchem trostlosen Tag hervorragend aushalten lässt.

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1. Benedict Wells – Fast genial

»Ich hab das Gefühl, ich muss meinen Vater nur einmal anschauen, nur einmal kurz mit ihm sprechen, und schon wird sich mein ganzes Leben verändern.«

Mit dem Münchener Schriftsteller Benedict Wells habe ich wohl meinen momentanen Lieblingsautor gefunden. Mit seinem dritten Roman Fast Genial kann er definitiv an die Erfolge der Vorgänger, wie zum Beispiel Becks letzter Sommer, anknüpfen und handelt von einem mittellosen Teenager, der zusammen mit seiner psychisch kranken Mutter in einem Trailerpark in der Nähe von New Jersey lebt, seinen Vater nie kennenlernte und sich für einen Versager hält, da er bisher an allem, was er angefangen hat, gescheitert ist. Nach einem Selbstmordversuch seiner Mutter erfährt er, dass er durch eine Samenbankspende entstanden ist und sein Erzeuger ein Genie ist. Mit seinem besten Freund sowie einer Patientin aus der psychiatrischen Klinik, in der seine Mutter behandelt wird, macht er sich auf die Suche quer durch die USA, um seinen Vater und somit auch sich selbst zu finden.

Ein wirklich rührendes Buch im Road-Movie-Stil und besonders empfehlenswert für Leser, die sich gerne mit den Themen Identität, Erwachsenwerden und der Suche nach Glück und Erfüllung beschäftigen.

336 Seiten, ISBN-10: 3257241984

via bento.de
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2. Heinz Strunk – Der goldene Handschuh

„Hier sitzen welche, die erst lachen, wenn Blut fließt, und wer lacht nicht gern.“

Wer von Heinz Strunk dieses Mal wieder etwas Lustiges wie Studio Braun oder Fraktus erwartet, wird leider maßlos enttäuscht, soviel darf an dieser Stelle verraten werden. Dass Herr Strunk aber auch durchaus für ernste, düstere Themen zu haben ist, das beweist er mit seinem mittlerweile siebtem Roman Der goldene Handschuh, wofür er sogar erst kürzlich den Wilhelm Raabe-Literaturpreis gewann. Darüber hinaus wurde nun auch bekannt, dass die Geschichte von Faith Akin („Tschick“) verfilmt wird.

Diese Anerkennungen sprechen definitiv für sein Werk, welches der Spiegel mit den Worten „Eine Zumutung – aber eine dringend Nötige“ beschreibt. Diese düstere Geschichte über den Frauenmörder Fritz Honka und das Treiben in der sogenannten Absturzkneipe namens Der goldene Handschuh ist definitiv perfekt für verregnete Tage auf der Couch.

256 Seiten, ISBN-10: 3498064363

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3. Benjamin von Stuckrad-Barre – Panikherz

„Rückfall, Mädchen mit Brotmesser, allseitiger Nervenzusammenbruch, letzte Zuflucht Panikdoktor – da könnte man doch jetzt denken, aha, endet unschön, so was, das lassen wir also künftig besser wieder bleiben. Könnte man ja denken. Nicht so das drogenabhängige Hirn. Dieses denkt: Brotmesser, Nervenzusammenbruch – geil, da geht’s lang, wann geht’s weiter?“

Lange Zeit war es still um Benjamin Stuckrad-Barre, der schon durch seinen Roman Soloalbum sowie die gleichnamige Verfilmung Bekanntheit erlangte, und doch ist in den ganzen Jahren so einiges passiert: Drogensucht, Bulimie und mehrere Klinikaufenthalte. Von diesen Lebensabschnitten erzählt Benjamin in seiner Autobiografie Panikherz und auch von seinem großen Idol, Freund und vor allem Retter: Udo Lindenberg. Eines ist klar, mit diesem Werk ist der Schriftsteller nun wieder zurück und beim Lesen dieser Geschichte gibt es die gesamte Emotionspalette obendrauf. So war es zumindest bei mir und ich denke, das ist ein gutes Zeichen! Übrigens: Die Geschichte funktioniert ebenso gut als Hörbuch.

576 Seiten, ISBN-10: 3462048856

So, nach diesen Exemplaren brauche ich für die kommenden Monate natürlich wieder Nachschub und ich würde mich freuen, wenn ihr diese Liste vielleicht um ein paar weitere, gute Bücher ergänzt. Schreibt also gerne in die Kommentare, was ihr für lesenswert haltet! 🙂

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4 comments

  1. Oh ich glaube dein Buchgeschmack trifft sich ganz hervorragend mit meinem. Ich bin auch großer Fan von Benedict Well und Fast genial steht noch ganz oben auf meiner Leseliste.
    Besonders gut gefallen haben mit zuletzt:
    Ein Mann names Ove
    The Boy in the Striped Pyjamas – Jhon Boyne
    Der Circle – Dave Eggers

    Alles keine Neuheiten aber vielleicht ist trotzdem was Neues für dich dabei.
    Liebst Alexandra

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