Mindhunter © Netflix

Wochenendmodus: an! Während sich der Winter mit großen Schritten nähert und ich es mir bei typischen Hamburg-Wetter auf dem Sofa gemütlich gemacht habe, gibt es an dieser Stelle ausnahmsweise eine Serien- statt einer Filmempfehlung von mir. In den vergangenen Wochen hat die halbe Welt Stranger Things gesehen — ich musste ich mich in Geduld üben. Jetzt, bei meinem besten Freund angekommen, kann ich auch endlich bingewatchen. Um mich nicht aus Versehen selbst zu spoilern, musste ich mich ablenken und bin so über Mindhunter gestolpert.

Der Name der von David Fincher (u.a. Fight Club, House of Cards) produzierten Serie erinnert einen mittelschlechten Thriller aus dem vergangenen Jahrzehnt, hat damit aber — zum Glück — nichts gemein. Im Mittelpunkt der Erzählung steht FBI-Agent Holden Ford (Jonathan Groff), der auf Geiselnahmen ist. Über Umwege gerät er an den Kollegen Bill Tench (Holt McCallany), den er überreden kann, einen Serienmörder im Gefängnis zu besuchen.

Mindhunter: Vom Jäger zum Gejagten

Holdens Faszination und Hartnäckigkeit kann seinen Partner überzeugen, seine Stippvisiten fortzuführen. Das Böse gilt in den 70er Jahren schließlich noch als gegeben, angeboren sozusagen. Seine Überlegungen, zeitgenössische Theorien der Soziologe und Psychologie in die Ermittlungsarbeit des FBIs einzubeziehen, stößt zunächst jedoch auf nur wenig Gegenliebe. Als aus zwanglosen Unterhaltungen Interviews werden sollen, die wissenschaftlich ausgewertet werden können, kommt der Stein ins Rollen. Treibende Kraft dahinter ist die Psychologieprofessorin Wendy Carr (Anna Torv), mit deren Hilfe die beiden Agenten Fördergelder für ihr Projekt gewinnen können.

Mindhunter © Netflix
Bildmaterial: © Netflix

Klingt ja jetzt erst einmal alles soweit optimistisch, ist es auch. Nur ist Holden leider ebenso blasiert wie er der langweilig korrekte Klassensprecher-Typ ist. Nicht unsympathisch, aber eben auch nicht besonders sympathisch. (Ich finde es ja auch angenehm, mal keine Figur zu haben, mit der man sich identifiziert oder die besonders gemocht wird.) Im Laufe der Folgen wird jedoch deutlich, dass der junge Agent seine ganz eigenen Dämonen hat, die ihn verfolgen. Zum Staffelfinale eskaliert die Situation. Auch werden nicht alle Handlungsstränge so fortgeführt, dass man am Ende der Staffel irgendwie befriedigt ist. Ich bin also sehr gespannt, was da noch kommen wird.

70s Vibe & Dialoge

Viel Action erwartet man allerdings vergebens. Mindhunter ist keine typische FBI-Serie, im Gegenteil. Auf Charakterentwicklung und Dialoge wird viel Wert gelegt und selbst die sind manchmal nicht einmal unterhaltsam, sondern schlichtweg informativ. Kein Wunder. Schließlich basiert die Serie auf „Mindhunter: Inside the FBI’s Elite Serial Crime Unit“ von John E. Douglas und Mark Olshaker. Das langsame Erzähltempo hat etwas Angenehmes. Wie sehr ich Filme und Serien mag, die die Stimmung und vor allem auch den „Look“ vergangener Jahrzehnte perfekt einfängt, ist ja nicht erst seit Carol ein offenes Geheimnis. Stranger Things liebe ich ja auch ein bisschen sehr für sein Setting, die Ausstattung und Frisuren. Hach, hach.

Falls ihr also eine neue Serie für die nächsten Regentage auf dem heimischen Sofa sucht, ihr habt sie jetzt vielleicht gefunden. Und weil ich immer auf der Suche bin: Welche Empfehlungen habt ihr für  mich? Das Angebot bei Netflix, Amazon und Co. ist ja mittlerweile unüberschaubar groß.

Habt ein tolles Wochenende, Peeps! ♡

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