Als ich vor rund viereinhalb Jahren die Diagnose Rosacea mit dem Schweregrad 1 von meinem Hausarzt bekam, war ich zunächst ziemlich perplex. Mir war diese Hauterkrankung vorher noch nie zu Ohren gekommen. Die seit ein paar Wochen auftretenden Rötungen und die spannende Gesichtshaut, hatte ich schlichtweg auf Prüfungsstress geschoben. Mit der Diagnose musste ich aber auch akzeptieren, dass meine einst recht unkomplizierte Haut von nun an der Vergangenheit angehören würde.

Was ist Rosacea?

Rosacea wird im Volksmund auch als „Kupferrose“ bezeichnet – klingt zwar hübsch, ist es aber leider nicht. Da passt „Fluch der Kelten“, wie sie auch genannt wird, schon besser. Ein Fluch ist die entzündliche Hauterkrankung nämlich wirklich, da sie chronisch verläuft. Rosacea betrifft vor allem Stirn, Nase, Kinn und Wangen – also im schlimmsten Fall das gesamte Gesicht. Überwiegend tritt die Hauterkrankung im Alter zwischen 30 und 50 Jahren auf. Oder mit 23 Jahren – wie bei mir. Entzündungserscheinungen der Haut können anhaltende fleckenförmige Rötungen, Papeln (Knötchen), Pusteln, sichtbare Äderchen und/oder Schwellungen im Gesicht sein. Je nach Schweregrad der Erkrankung (1-3).

Was sind die Ursachen?

(© Aktiv gegen Rosacea)

Tatsächlich ist die genaue Ursache von Rosacea noch ungeklärt. Laut Experten sind vielfältige Faktoren für die Hauterkrankung verantwortlich. Eine „Entzündungsreaktion“, eine „Störung im angeborenen Immunsystem“, eine „Fehlregulation der neuronalen Steuerungsfunktionen“ sowie „Veränderungen der Blut– und möglicherweise auch der Lymphgefäßreaktionen“ spielen nach heutigem Verständnis jedoch eine zentrale Rolle bei der Entstehung Rosaceas. Manche Arten sind erblich, was auch bei mir der Fall ist. Einige Personen meiner Familie väterlichererseits leiden auch an der Erkrankung.

Bei Rosacea gibt es bestimmte Auslöser, die einen sogenannten Flush (plötzlicher Rötungsschub) begünstigen können, dazu gehören: UV-Strahlung, Kälte und Hitze, Stress, Sport, Alkohol, scharfe Speisen und bestimmte Kosmetika.
Vieles, das Spaß macht, ist bei Rosacea also mit Vorsicht zu genießen. Ich selbst bin jedoch nicht so masochistisch veranlagt, dass ich ab und an auf ein Glas Wein verzichten oder nicht regelmäßig zum Sport gehen würde. Dafür meide ich aber beispielsweise Saunen und direkte Sonneneinstrahlung ohne entsprechenden Schutz.

Pflege & Make-Up

Eigentlich sind Beauty und Make-Up nicht gerade die Themen, die mich bewegen. Es Frauen gibt, die stundenlang in der Drogerie verbringen können. Ich gehöre zu der Fraktion, die tatsächlich nur das kauft, was auf dem Einkaufzettel steht (ja, mit wenigen Ausnahmen). Aber in mir regt sich nichts, wenn Label XY irgendein Produkt auf den Markt bringt, das sich sogar Kylie Jenner kauft. Selbst wenn meine Haut nicht so problematisch wäre – ich war und bin in dieser Hinsicht doch eher pragmatisch veranlagt. Ich habe meine festen Produkte, die ich seit geraumer Zeit verwende, die mich zufriedenstellen und von denen ich weiß, dass ich sie vertrage. Und das sind tatsächlich keine High End-Produkte, sondern Drogerieartikel.

Genauso individuell wie der Krankheitsverlauf von Rosacea ist, verhält es sich auch mit den Produkten, die für Betroffene zu empfehlen sind. Was dem einem hilft, bewirkt bei dem anderen nichts oder verschlimmert die Symptome sogar noch. Deswegen soll meine Pflege- und Make-Up-Routine keine Doktrin sein, sondern lediglich als Inspiration dienen.

Die tägliche Pflege

Morgens:

Nach dem Aufstehen verwende ich zunächst eine Creme vom Hautarzt. Der 50 g Tiegel der weißen, neutral riechenden Creme, besteht aus 1,0 g Erythromycin und 49,0 g Linola. Nachdem ich die Creme dünn auf die betroffenen Stellen aufgetragen habe, lasse ich sie einige Minuten einziehen, ehe ich mit der Make-Up -Routine beginne.

Abends:

Abschminken ist das A und O! Für mich hat sich das Mizellen Reinigungswasser für trockene & empfindliche Haut von Garnier bewährt. Für die Nacht kommt nochmal eine medizinische Creme zum Einsatz: Metrocreme 0,75% mit dem Wirkstoff Metronidazol. Auch diese wird einfach dünn auf die betroffenen Stellen aufgetragen.

Meine Make-Up Routine

Primer: Als Grundlage dient mir seit einigen Wochen der Master Prime Anti-Redness von Maybelline. Was Primer gegen Rötungen angeht, habe ich schon einiges getestet und war oft unzufrieden. Ob Konsistenz, Glitzerpartikel oder unangenehmer Geruch – irgendwas war immer. Als dann vor einigen Monaten mein liebster Primer von Kiko aus dem Sortiment genommen wurde, kam mir der neue Master Prime von Maybelline sehr gelegen. Und zufrieden bin ich auch.

Foundation: Meine problematische Haut ist doch ziemlich gnädig, denn auch mit diversen Foundations habe ich rumexperimentiert. Vor gut einem Jahr bin ich von Mac (was ich um die zwei Jahre benutzt habe) auch aus Kostengründen auf die HD Liquid Coverage Foundation von Catrice umgestiegen. Durch die Pipette ist die flüssige Foundation leicht zu dosieren und lässt sich mit einem Make-Up-Ei gut verteilen. Die hellste Nuance 010 Light Beige passt sich meiner Hautfarbe gut an. Auch bei geringerer Dosierung deckt die Foundation ohne maskenhaft zu wirken.

Concealer: Da ich eh nicht groß mit Augenringen- und Rändern zu kämpfen habe, ist es fast egal, was ich benutze. Hängengeblieben bin ich jedoch bei Maybellines Fit Me Concealer (10). Er erzielt seine Wirkung, ist ergiebig und setzt sich nicht in den Fältchen ab.

Camouflage: Ich bin ein gebranntes Kind und benutze deswegen im betroffenen Bereich der Wangen und der Nase zusätzlich noch die Camouflage-Cream 010 Ivory von Catrice. Da ich nie weiß, ob und wann mich Flushs ereilen, möchte ich mich einfach sicher fühlen und keine „Angst“ haben müssen, dass meine Nase doch mal wie die von Rudolph dem Rentier rot durch die Foundation leuchtet. Diese Sicherheit schenkt mir die Camouflage-Cream seit Beginn meiner Rosacea.

Puder: Um dem Look ein mattes, leichtes und langanhaltendes Finishing zu verleihen, ist das Prime and Fine Mattifying Powder Waterproof  Transparent von Catrice mein Partner in Crime.

Rouge: Da ein wenig rot an den richtigen Stellen nicht schaden kann, sondern eine frische Ausstrahlung zaubert, verwende ich das Powder Blush von der DM-Eigenmarke trend IT UP in der Nuance 030.


Leben mit Rosacea

Es gab – und gibt sicherlich auch in Zukunft – immer wieder Zeiten, in denen die Flushs schlimmer sind und ich mich zunehmend unwohl in und mit meiner Haut fühle. Nächtelang habe ich einschlägige Foren durchforstet, in der Hoffnung, dass jemand das Wundermittel gegen die Erkrankung gefunden hat. Wie oft war ich davor, überteuerte Produkte zu kaufen, weil ich mein ungeschminktes Spiegelbild nicht mehr ertragen konnte? Und wie oft habe ich hochpreisige Mittelchen bestellt, um festzustellen, dass sie bei mir keinerlei Wirkung zeigen?

Rosacea ist eine Erkrankung, die eng mit Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein konnotiert ist. Es hat lange gedauert, bis ich mich meinem Freund ungeschminkt gezeigt habe. Die betroffenen Stellen – bei mir Wangen und Nase – habe ich selbst nachts noch mit Camouflage-Cream abgedeckt. Ich erinnere mich zudem daran, wie ich mal die letzten Reste meines Selbstbewusstseins zusammengekratzt habe und morgens komplett ungeschminkt zum Hautarzt gefahren bin. Ich war so nervös und unsicher, dass ich komplett transpiriert habe. Seit dem weiß ich, was Angstschweiß ist.

Wie auch bei anderen Erkrankungen, muss man als Betroffene*r akzeptieren, dass Rosacea nun ein Teil des eigenen Lebens ist. Ist dies geschehen, gilt es sich mit der Krankheit zu arrangieren. Man stellt im Laufe der Zeit fest, was gut und was schlecht für die Haut ist und lernt dementsprechend vorzubeugen und zu handeln.
Ich halte mich auch immer wieder an dem Gedanken fest, dass man mir die Erkrankung nicht ansieht, wenn ich geschminkt bin. An guten Tagen sogar nicht einmal, wenn ich ungeschminkt bin. Ich habe das Glück Make-Up tragen zu können, um die Symptome komplett zu kaschieren, da ich nicht einmal Probleme mit Pusteln habe wie andere Betroffene. Außerdem habe ich keine Schmerzen und muss nicht regelmäßig Tabletten nehmen, was bei so vielen anderen Erkrankungen der Fall ist. Dafür bin ich dankbar.

Seid ihr vielleicht selbst von Rosacea betroffen und möchtet eure Erfahrungen und/oder Tipps zum Umgang mit der Erkrankung austauschen? Dazu soll gerne in den Kommentaren Platz sein.

Bildquelle Titelbild: © Puraglow
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