Sehen wir der Tatsache mal ins Auge. Weihnachten steht vor der Tür, das Jahr ist fast vorbei und so langsam wird man rührselig, schaut zurück auf die vergangenen zwölf Monate und lässt die Erlebnisse des Jahres noch einmal Revue passieren.

Beim Durchblättern unserer Instagebücher bekommt ihr ja schon einen guten Einblick in unseren Alltag abseits dieses tollen Magazins und immer wieder verirrt sich der ein oder andere auf ein Festival oder ein Konzert – deswegen wird es nun langsam Zeit die Katze aus dem Sack zu lassen. Ja, auch wir von THIS IS FOR ART LOVERS sind der Musik verfallen, sind Freunde der Klänge und Melodien und ergeben uns dem Charme des zarten Gesangs und der treibenden Beats. Wir lieben Musik. So, jetzt ist es raus.

Aus diesem Grund haben wir alle einmal ganz tief in unseren Mediatheken und Plattenregalen gegraben und unsere zehn liebsten Platten des vergangenen Jahres für euch zusammen gestellt. Vielleicht entdeckt ihr ja so auch noch die ein oder andere Überraschung. Damit das noch einfacher geht, findet ihr nach unserem persönlichen Rückblick noch eine schicke Playlist mit unseren Jahresfavoriten. Viel Spaß damit!

Platten des Jahres von Sandra

Platz 01: Kendrick Lamar – „To Pimp A Butterfly“

„Auch wenn man mir so einiges unterstellen könnte, dass ich in Sachen Musik festgefahren bin kann man mir jedenfalls nicht vorwerfen. Das beste Beispiel dafür ist die Tatsache, dass bei mir trotz meiner Affinität für gitarrenlastige Sounds in diesem Jahr ein Hip Hop-Album auf der Nummer 1 steht. Und zwar kein Geringeres als „To Pimp My Butterfly“ von Supertyp Kendrick Lamar. Songs wie „Wesley’s Theory“, „King Kunta“ sowie „These Walls“, welches unter anderem von Thundercat, der auch schon bei Flying Lotus‘ Cosmogramma eine wichtige Rolle spielte, gefeatured wurde, sprechen da für sich und das bedarf an dieser Stelle keine weiteren Worte. Großartiges Ding, wirklich wahr!“

Platz 02: Tocotronic – „Tocotronic – Das rote Album“

„Für mich definitiv eines der besseren Tocotronic-Alben und somit total gerechtfertigt auf meiner Nummer 2 – „das rote Album“, welches mit seinen schmissigen Popsongs und den inkludierten, vor lauter Liebe schon fast triefenden Zeilen, mir die lange Autofahrt zum Rock am Ring-Gelände versüßte und die Vorfreude auf den Auftritt noch weiter steigerte. Und ja, lieber Dirk, ich hätte gerne auch ein Date mit dir!“

Platz 03: Romano – „Köpenick“

„Wer sich vom schönen General bereits live überzeugen durfte, der wird verstehen, warum ich Romano für die wohl großartigste Erscheinung des Jahres 2015 halte! Dieser Mann hat nicht nur die Haare schön, er ist zudem auch äußerst gut erzogen und hat ein Album rausgehauen, welches bei mir seit seinem Release in Dauerschleife läuft. Inwiefern das Werk letztendlich künstlerisch wertvoll ist, darüber lässt sich natürlich streiten, aber wie so oft im Leben steht auch hier definitiv der Spaßfaktor an oberster Stelle. Und wenn wir schon mal beim Thema sind: Hier nochmal das Interview von uns mit Romano himself!“

Platz 04: LOVE A – „Jagd und Hund“
Platz 05: Kadavar – „Berlin“
Platz 06: Foals – „What Went Down“
Platz 07: Soley – „Ask The Deep“
Platz 08: Ho99o9 – „Dead Bodies In The Lake“
Platz 09: Floating Points – „Elaenia“
Platz 10: Sex Jams  „Catch!“

„Eines steht auf jeden Fall fest – den roten Faden habe ich in diesem Jahr nicht gefunden. Neuentdeckungen, bei denen ich hängengeblieben bin, kann ich eher an einer Hand abzählen, das mag vielleicht auch daran liegen, dass auf so großen Festivals wie dem Hurricane oder Rock am Ring die ich dieses Jahr besuchte, kleinere Bands in entweder Schriftgröße 4 auf dem Flyer stehen und man sie daraufhin versehentlich übersieht, oder weil ich mir bereits das für mich beste aus allen Genres rausgefischt habe. Macht nix, nächstes Jahr ist auch noch ein Jahr. Das macht mich umso neugieriger auf das, was 2016 dann mit sich bringen wird!“

Platten des Jahres von Martin

Platz 01: Motorama – „Poverty“

„Mit ihrer aktuellen Platte haben sich Motorama im Handumdrehen in mein Herz gespielt und sind mit Songs wie „Red Drop“, „Corona“ oder „Dispersed Energy“ die unangefochten Nummer Eins meines Jahres. Wie schon auf den beiden Vorgängeralben schafft es das Quintett aus Rostow am Don ihrem sperrigen und verträumten Sound eine leichtfüßige Note zu geben ohne dabei in irgendeine Art von Fröhlichkeit zu rutschen. Post-Punk- und New-Wave-Elemente ergänzen sich auch auf „Poverty“ zu einem perfekten Soundtrack, den man trotz seiner undefinierbaren Größe irgendwie immer ganz für sich alleine im kleinen Inneren seiner Welt hört. So geht es mir jedenfalls wenn ich die Platte auflege.

Platz 02: TWIABP&IANLATD – „Harmlessness“

„Das Album „Harmlessness“ sprengte bei mir alle Wahrnehmungskapazitäten, sowie der Bandname jedes Tourplakat. The World Is a Beautiful Place & I Am No Longer Afraid to Die erschaffen auf ihrem zweiten Album eine ganze Welt aus atmosphärischen Melodien und erzählen auf über 50 Minuten Geschichten voller orchestralen Schmerz im besten Emo-Post-Rock-Stil der letzten Jahre. Wer Zeit mitbringt wird hier eines der schönsten Alben seit langem entdecken können.“

Platz 03: Beach Slang – „The Things We Do To Find People Who Feel Like Us“

„Mit ihren sehnsüchtigen und herzzerreißenden Songs voller jugendlicher Leichtsinnigkeit haben sich Beach Slang schon im letzten Jahr in mein Herz gespielt. Nun kann man die biergeschwängerte Romantisierung in bester Lo-Fi-Mid90s-Emo-Punk-Rock-Manier also auf voller Albumlänge (unglaublich explosive 26:52 Minuten!) erleben. Musik für betrunkene Nächte, Gespräche mit Freunden, zum Unterwasser brüllen und alleine im Laternenlicht tanzen.“

Platz 04: Jeff Rosenstock – „We Cool?“
Platz 05: No Fun – „How I Spent My Bummer Vacation“
Platz 06: Wavves & Cloud Nothings – „No Life For Me“
Platz 07: Menace Beach – „Ratworld“
Platz 08: Shinies – „Nothing Like Something Happens Anywhere“
Platz 09: Viet Cong – „Viet Cong“
Platz 10: Lusts – „Illuminations“

„Musikalisch betrachtet war dieses Jahr einfach der absolute Knaller – so viele Konzerte, Festivals, Albumrelease-Shows und musikalische Neuentdeckungen habe ich selten in 12 Monaten erlebt. Viele davon habe es nicht nur in meine persönliche Top 10 geschafft, sondern sogar ins Plattenregal und laufen somit andauernd rauf und runter. So haben mich etliche (für mich) neue Bands in den unterschiedlichsten Situationen begleitet und sind zu kleinen oder größeren Alltagshymnen herangewachsen, die ich auf jeden Fall nicht mehr missen möchte.
Da ich dieses Jahr außergewöhnlich viel unterwegs sein konnte, sind viele meiner Lieblingsplatten des Jahres in meinem Herzen auch mit konkreten Reisen verbunden und erinnern mich an tolle Tage in Münster, Stockholm, Berlin oder Krakau. Das nächste Jahr darf gerne so weiter gehen – der nächste Kandidat für die Top10 2016 steht ja quasi schon in den Startlöchern“

Platten des Jahres von Kim

Platz 01: Frank Turner  „Positive Songs for Negative People“

„OMG! Ein neues Album von Frank Turner!! Ich versuche an dieser Stelle, den rudelhaften Gebrauch von Ausrufezeichen zu vermeiden, was mir absolut nicht leicht fällt. Ich feiere diesen Typen echt und okay, vielleicht bin ich auch ein bisschen in ihn verknallt. Aber das ist in Ordnung, seine Platten rechtfertigen das. Frank Turner schreibt Musik für alle Lebenslagen. Ich tanze dazu durchs Zimmer, packe meine Taschen für eine Reise oder vergrabe mich unter meiner Bettdecke. Wenn ich nicht weiß, welche Musik ich gerade als Soundtrack für mein Leben auflegen soll, dann findet sich bei Frank Turner immer etwas Passendes. Ganz bestimmt.“

Platz 02: Being as an Ocean  „Being as an Ocean“

„Mit dem dritten Album der Band aus Alpine, California, treffe ich wohl am allerwenigsten den Geschmack meiner werten Mitautoren oder auch der Leser. Kurz und knapp: ‚Being as an Ocean‘  wurde von mir dieses Jahr hoch und runter gespielt, ebenso wie die älteren Alben. Ob man das jetzt als Post- oder Melodic Hardcore bezeichnen will, ist mir dabei egal – so ganz komme ich von diesem (weit gefassten) Genre ja doch nie weg.“

Platz 03: Florence + The Machine  „How Big, How Blue, How Beautiful“

„Ich glaube, zu Florence + The Maschine gibt es wirklich so gar nicht viel zu erzählen. Diese Frau ist einfach großartig – live vielleicht sogar noch großartiger als auf Platte. Seit ‚(Between Two) Lungs‘ bin ich Fan und bin richtig froh, die gute Dame schon auf Festivals gesehen zu haben, bevor die Preise dafür, ebenso wie für Hallenkonzerte, gnadenlos in die Höhe geschossen sind.“

Platz 04: Ólafur Arnalds  „Loon“
Platz 05: Nils Frahm  „Music for The Motion Picture Victoria“
Platz 06: Death Cab for Cutie – „Kintsugi“
Platz 07: San Fermin  „Jackrabbit“
Platz 08: Ratatat  „Magnifique“
Platz 09: Great Lake Swimmers  „A Forest of Arms“
Platz 10: Purity Ring  „Another Eternity“

musik-2015

„Würde ich hier ein Konzertfoto posten, dann wäre das irgendwie falsch. Die Konzerte und Festivals, die ich in diesem Jahr besucht habe, kann ich (zu meiner Schande) an einer Hand abzählen. Irgendwie bin ich dazu nicht so recht gekommen. Da ich aber Besserung gelobe, liegt die Karte für das Konzert von Frank Turner im Januar bereits vor mir. Von den wenigen Konzerten, die ich dieses Jahr besucht habe, war das von La Dispute in Hamburg mit am schönsten. Die Jungs haben sich live echt um einiges gebessert und so habe ich es absolut nicht bereut, das Ticket erst ein paar Stunden zuvor gekauft zu haben. Aufs ganze Jahr gesehen hat der Trip nach Island mein 2015 musikalisch umso mehr geprägt. Wenn man nicht unbedingt das Bedürfnis verspürt, während einer mehrstündigen Autofahrt andauernd zu reden, kann man die Zeit ganz wunderbar dazu nutzen, musikalische Neuentdeckungen zu hören. Auch wenn ich bei manchen Artists jetzt immer ziemlich feuchte Augen bekomme. Ach, Fernweh… <3“

Platten des Jahres von Alex

Platz 01: Coldplay  „A Head Full of Dreams“

„OMG Coldplay sind zurück. Muss ich mehr dazu sagen?“

Platz 02:  Florence + The Machine  „How Big, How Blue, How Beautiful“

„Dass es fast keine coolere Frau als Florence Welch gibt, muss ich hier nicht weiter ausführen. Nachdem ich mir bereits bei Ceremonials die Ohren blutig gehört hatte, laufen vom neuen Album „Ship to Wreck“ und der gleichnamige Titel zum Album „How Big, How Blue, How Beautiful“ auf Repeat. Am 18. Dezember ging es dann auch noch aufs Konzert. Mehr geht nicht! <3″

Platz 03: Lana Del Rey  „Honeymoon“

„Bei Lanas Stimme muss man einfach ins Träumen geraten und das meine ich wortwörtlich. Wundervolle Lieder wie „High by the Beach“ und „Music to Watch Boys to“ haben mir die schlimmsten Zugfahrten und -verspätungen erträglich gemacht und mich der Realität entfliehen lassen.“

Platz 04: Adele  „25“
Platz 05: Of Monsters and Men  „Beneath the Skin“
Platz 06: The Wombats  „Glitterbug“
Platz 07: Mumford & Sons  „Wilder Mind“
Platz 08: Youth Lagoon  „Savage Hills Ballroom“
Platz 09: Tame Impala  „Currents“
Platz 10: Foals – „What Went Down“

INterpol

„Auch wenn es dieses Jahr musiktechnisch einiges zu feiern gab und ziemlich viele, ziemlich tolle Alben von nicht weniger großartigen Künstlern veröffentlicht wurden (Coldplay!), muss ich doch zugeben, dass ich, was die Musik betrifft, voll im Jahr 2014 hängengeblieben bin. Zwei Interpol-Konzerte und ein Auftritt von Alt-J zu Beginn des Jahres haben da wohl ihr übriges getan. Neues hatte es in 2015 reichlich schwer damit, bei meinen Alltime Favourites mithalten zu können. Und so muss ich zugeben, dass ich sicher viel häufiger in „El Pintor“ und „This Is All Yours“ reingelauscht habe, als in die 10 Alben, die ich oben nannte. Man möge es mir verzeihen.“

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