Als ich hier in der letzten Woche noch von meinem unerträglichen Fernweh berichtete, wusste ich bis kurz vor der Veröffentlichung noch nicht, was mich am darauffolgendem Wochenende erwarten sollte. Kurze Zeit später trug eine glückliche Kombination von Spontanität, Irrsinn und meiner lieben Schwester, die als Flugbegleitein bei Condor arbeitet, dazu bei, dass ich am Freitag in den Flieger nach Las Vegas gestiegen bin um dort das wohl aufregendste Wochenende meines bisherigen Lebens zu verbringen.

Ja, richtig gelesen, ein Wochenende. Das war der Haken an der Sache, denn uns blieben nur etwas mehr als 48 Stunden vor Ort zur Verfügung, bevor es am Sonntag dann wieder zurück in Richtung Heimat ging. Und aufregend war das Wochenende übrigens nicht weil wir ganz wie in Hangover die Nächte durchgefeiert haben, sondern einfach diese Tatsache an sich, ihr versteht schon.

Spaß und Stress halten sich bei so einem Kurztrip mit einer Flugstrecke von ca. 11,5 Stunden pro Weg gekonnt die Waage, allerdings war mir diese Erfahrung so viel wert, dass ich trotz der wohlmöglichen Strapazen sofort zusagte. Wer kann schon einfach mal so von sich behaupten über das Wochenende kurz in Las Vegas gewesen zu sein und am Dienstag danach wieder im Büro zu sitzen, als ob nichts gewesen wäre? Das ist eine Geschichte, die man noch seinen Enkeln erzählen kann und hey, ich bin jung, hab das Geld dazu zwar nicht, aber ansonsten keine Termine, thihi.

Wer mich kennt der weiß, dass ich schon seit langer, langer Zeit den großen Wunsch verfolge, einen dreiwöchigen Roadtrip entlang der Westküste Amerikas zu machen. Geplant ist der Urlaub für das kommende Jahr zusammen mit meinem Freund und jetzt konnte ich doch ganz unerwartet schon mal vorab die dortige Luft schnuppern und eine kleine Vorschau darauf erhaschen, wie es dort drüben überhaupt so ist.

Und die Luft, sofern es dort überhaupt welche gab, war trocken, ganz wie man es sich mitten in einer Wüste vorstellt. Dazu kamen die rund 46 Grad in der Mittagszeit, die uns dazu gezwungen haben alle 10 Minuten in eine Mall zu gehen um uns abzukühlen oder uns etwas neues zu trinken zu kaufen. Was mir sofort aufgefallen ist? Einfach mal so an einer roten Ampel stehen ging nicht, man wurde dazu gezwungen ständig in Bewegung zu bleiben, wenn man nicht wollte, dass die Sohlen unter den Schuhen einfach wegschmilzen. Kein Scherz! 😀 Trotzdem muss ich sagen, dass ich die Wärme, die mich nach dem Rückflug in Deutschland erwartete, als noch viel unangenehmer empfand, weil ich dort drüben zumindest nicht geschwitzt habe und ich deswegen kreislauftechnisch weniger Probleme hatte.

Mein erster Gedanke in Las Vegas: Meine Güte, ich bin wirklich jetzt für ein Wochenende in einem Freizeitpark eingeschlossen. Das trifft es wohl ziemlich gut, denn der Spaß steht hier definitiv im Vordergrund und an Automaten spielen kann man wirklich überall: Im Flughafen, in Tankstellen, auf Toiletten – überall stehen sie, die Spieleautomaten, an denen man sein Glück herausfordern kann. Ich hatte zumindest keins und nachdem ich vergebens 10 Dollar in den Rachen des Automaten geworfen habe, hat sich das Thema gambling für mich erledigt.

Man kann sich aber wunderbar auch anderweitig beschäftigen und sein Geld loswerden war nie einfacher als in dieser Stadt, weil das Einkaufsangebot mit zahlreichen Sephora-Stores, Urban Outfitters und die große Fashion Show Mall nicht besser sein könnte und man an jeder Ecke ziemlich geile Sachen (Burritos!) zu essen kaufen kann. Die Hauptattraktion selbst in Las Vegas sind aber hingegen die Hotels selbst, die sind nämlich von innen auch so gigantisch, dass man damit eine ganze Weile beschäftigt ist. Jedes Hotel hat nämlich auch wieder seine eigenen Casinos und zahlreiche Restaurants und durch das Hotel, was ich selbst am schönsten fand, The Venetian, fahren sogar Gondeln und man findet dort sogar den nachgebauten Markusplatz, ganz wie in Venedig selbst. Oder wie sich zumindest die Amerikaner Venedig vorstellen.

Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, die Eindrücke, die ich einem 48 Stunden-Schnelldurchlauf sammeln konnte, reichen locker für zwei Wochen. Es hat sich also sehr gelohnt, auch für ein Wochenende, weil diese Erfahrung, die kann mir niemand nehmen und meine Vorfreude auf den eventuell und hoffentlich bald anstehenden Trip entlang der Westküste hat sich durch die Reise nach Las Vegas nur noch mehr verstärkt. Bevor der Text aber jetzt noch viiiel zu lang ist, was er irgendwie ja jetzt schon ist, lasse ich lieber noch ein paar Bildchen für sich sprechen. Übrigens: Fernweh ist noch immer vorhanden, wie könnte es auch anders sein. 😉

PS: Übrigens möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei meiner Schwester und der gesamten Crew von Condor bedanken, die allesamt einen wirklich großartigen Job gemacht haben und mir kein schöneres Wochenende hätten bescheren können. Es war mir eine Freude! Danke. <3

4 comments

    1. Tatsächlich war es letztendlich überhaupt nicht anstrengend – für den Jetlag war keine Zeit und so hatte ich auch keine Probleme!
      Nur mit den Klimaanlagen, die bei solchen Temperaturen natürlich auf Hochtouren laufen, muss man vorsichtig sehen, aber scheinbar bin ich da nicht so anfällig. Pheew!

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